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Das bisschen Leben?

Bernd Reuber blickt auf ein pralles, ganz und gar nicht immer einfaches Leben zurück, das er bunt, detailreich und mit großer Erzählfreude schildert.
Eine den Leser beglückende Fülle, die die Bezeichnung „bisschen“ dennoch zu Recht trägt: Es ist das Leben eines sogenannten „einfachen Mannes“, das Bernd Reuber mit der für ihn typischen Bescheidenheit und Unaufgeregtheit vor uns ausbreitet – und gerade das macht seine Aufzeichnungen zu einer so fesselnden Lektüre.

Reuber, Bernd: Das bisschen Leben.
ISBN: 978-3-937772-24-0, broschiert, 228 Seiten, 19,90 EUR


Wir Zwillinge waren etwa drei Jahre und neun Monate alt, als unsere Mama plötzlich aus unserem Leben verschwand. „Eure Mama ist krank“, wurde uns drei Kindern etwa sechs Wochen lang immer wieder gesagt. Als wir sie wieder hatten, waren viele schwarz gekleidete, leise weinende Leute um sie herum. Sie lag in einer weiß ausgekleideten Holzkiste mit geschlossenen Augen. Diese Kiste war nicht bei uns zu Hause, sondern in der Uslarer Friedhofskapelle. „Schläft die Mama?“, war meine kindliche Frage, die sofort bejaht wurde. Nun wollte ich noch wissen, warum sie schläft. Worauf mir gesagt wurde, dass sie nie mehr wach würde, weil sie so krank war. Um mir das zu beweisen, öffnete mein Vater vorsichtig ihr rechtes Augenlid. Genauso vorsichtig schloss er es wieder. Mama schlief so fest, dass sie es gar nicht merkte…